5 Grundlagentipps für bessere Handyfotos


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Kennst du das? Du besitzt 37 Kilogramm professionelle Fotoausrüstung, möchtest die aber nicht mit in den Urlaub nehmen und trotzdem hinterher mit schönen Fotos angeben? Oder kennst du das: Du hast keine Ahnung von Fotografie, besitzt ein Smartphone mit passabler Kamera und möchtest den Urlaub nutzen, um nun endlich mal das neue Hobby „Fotografie“ in Gang bringen? Wo auch immer du dich wieder entdeckst: Die folgenden 5 Tipps machen dich startklar!

Text/Bild: Marvin Ruppert

1. Vorbereitung ist alles
Es gibt wenig Ärgerlicheres, als den gesamten Fotospeicher voll mit tollen Bildern zu haben und zu entdecken, dass die Grundeinstellung auf „niedrige Auflösung“ steht. Deshalb führe dir am besten vor dem Urlaub die Einstellungen deiner Handykamera zu Gemüte. Diese findest du entweder in den Handyeinstellungen beim Unterpunkt „Kamera“ (z.B. bei iPhones), manchmal auch in der Kamera-App selbst. Die Auflösung sollte auf Maximum stehen. Mach dir keine Sorgen um Speicherplatz, die allermeisten modernen Smartphones sind darauf ausgelegt, tausende Fotos speichern zu können. Weiterhin sollte das Seitenverhältnis so eingestellt sein, dass die gesamte Sensorauflösung genutzt wird. In der Regel ist das 4:3. Beim Seitenverhältnis „Quadrat“ oder „16:9 Breitbild“ würdest du beispielsweise Auflösung verschenken, weil so an zwei Seiten das Bild einfach abgeschnitten wird. Das kannst du in der Nachbearbeitung immer noch machen, kannst dann aber selbst bestimmen, wo und wie viel beschnitten wird. Außerdem solltest du darauf verzichten, direkt beim Fotografieren extreme Filter eingestellt zu haben. Fotografiere besser in der neutralen Standardeinstellung – dann hast du in der Nachbearbeitung den meisten Spielraum. Auf ein neutrales Foto kannst du alle möglichen Farblooks anwenden, wenn ein Bild erst mal in extremem Retrogrün eingefärbt ist und dir der Look zu Hause doch nicht gefällt, ist es schwieriger, das wieder auszubügeln.

2. Kenne dein Werkzeug
Probiere die unterschiedlichen Einstellungen und Funktionen, die dein Handy dir bietet, in einer ruhigen Stunde mal aus. So können Hilfslinien, die beim Fotografieren eingeblendet werden können, beim Bildaufbau sehr hilfreich sein. Auch neue Funktionen wie der Porträtmodus, der Hintergrundunschärfe ins Bild hineinrechnet, können sehr spannend sein, funktionieren aber mal besser, mal schlechter. Das vorher zu wissen, kann Frust im Nachhinein verhindern.

3. Wisse, wie du in die Belichtung eingreifst, wenn die Smartphonekamera mal nicht smart genug ist
Wie blöd ist es, das perfekte Motiv vor der Linse zu haben, aber die Belichtungssituation ist herausfordernd und aus irgendeinem Grund möchte dein Handy zu hell oder dunkel belichten? Deshalb: Es gibt viele Tricks, wie du noch beim Fotografieren ins Endergebnis eingreifen kannst. Wenn du dein Motiv antippst, stellt dein Smartphone Fokus und Belichtung darauf ein. Wenn du denkst »nee, das sieht so nicht richtig aus«, kannst du die Helligkeit des Bildes häufig noch steuern. Beim iPhone kannst du beispielsweise das kleine Sonnensymbol rechts neben dem Quadrat, das erscheint, wenn du dein Motiv angetippt hast, hoch oder runter verschieben, das Bild wird dann heller oder dunkler. Je nach Hersteller kann sich das Vorgehen geringfügig unterscheiden, die Funktionsweise sollte aber überall gleich sein. Wenn dir Begriffe wie „ISO“, „Belichtungszeit“ oder „Weißabgleich“ alte Bekannte sind, kannst du bei vielen Android-Handys auch in den professionellen Modus wechseln und diese und andere Parameter manuell steuern. Bei iPhones musst dir da mit einer extra App aushelfen, zum Beispiel ProCamera oder MuseCam. Auch Adobe Lightroom unterstützt in der Handyversion das Fotografieren mit manueller Belichtungssteuerung.

4. Serienbilder und andere Tricks
Wenn es schnell gehen muss und du viel Action vor der Kamera hast, können auch Serienbilder sinnvoll sein, die mit vielen aktuellen Smartphones möglich sind. Halte den Auslöser gedrückt und suche hinterher das beste Ergebnis aus. Auch „Live Bilder“, die beim Fotografieren automatisch ein paar Bilder vor und nach dem Auslösen mitnehmen, sind da eine kluge Option.
Ebenso gibt es viele Tricks, die dir das Fotografieren erleichtern: So kannst du bei vielen Geräten mit den Lautstärketasten auslösen, dann musst du beim Fotografieren aus Winkeln, wo du das Display nicht siehst, nicht blind den Auslöseknopf ertasten. Das klappt bei vielen Herstellern übrigens sogar, wenn du ein Headset mit Lautstärketasten angeschlossen hast. Kann sehr hilfreich sein, wenn du ungestellte Momente einfangen möchtest ohne die Aufmerksamkeit auf dich als Fotograf*in zu lenken.

5. „You’re holding it wrong“
Erinnerst du dich noch an eines dieser älteren iPhones, bei dem man bei unpraktischer Handhaltung die Empfangsantenne blockiert hat und nicht mehr richtig telefonieren konnte? Darum soll es hier nicht gehen – allerdings kann die „richtige“ Handhaltung besonders schnelles und lässiges Fotografieren aus der Hüfte vereinfachen: Lege dein Smartphone längs auf deine ausgestreckte Hand, umschließe es mit Zeige- und kleinem Finger und schiebe es so weit nach vorn, dass du mit dem Daumen von unten auf den Auslöser kommst. Damit wird dein Handy zur Verlängerung deines Arms und du kannst besonders entspannt einhändig fotografieren.

Workshop: Smart [Phone] Photography mit Marvin Ruppert
Köln, Fr 12.04. bis Sa 13.04., Fotoschule-Koeln
Infos und Tickets unter www.grenzgang.de

Alle Workshops und Fotoexkursionen der Fotoschule Kompakt gibt es hier.



Veröffentlicht von Patricia Pilgram am 28. Januar 2019 in der Kategorie »Allgemein« mit den


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