Dirk Bleyer, Fotograf und Reise-Referent im GRENZGANG-Interview!

Als Fotojournalist und Reiseerzähler präsentiert er seit mehr als 15 Jahren seine erfolgreichen Travelogues, die mit dem Prädikat „Leicavision“ ausgezeichnet wurden. Im Dezember ist er mit seinen beiden Reise-Reportagen „Island – Im Rausch der Sinne“ und „Südafrika – Von Kapstadt zum Krügerpark“ im GRENZGANG-Programm. Wir sprachen mit ihm über seine Reisen, seine Motivation und die Arbeit als Vortragsreferent.

Dirk, du bist studierter Ingenieur der Luft- und Raumfahrttechnik. Wie bist du eigentlich zur Fotografie gekommen?
Ich hatte schon immer ein Faible für die Fotografie. National Geographic und Geo habe ich als Jugendlicher verschlungen und vom Reisen geträumt. Als ich dann zum ersten Mal mit dem Rucksack unterwegs war ging es gleich 2,5 Jahre durch Afrika und ab da war dann die Kamera immer mit dabei.

Seit über 15 Jahren bist du mit deinen Vorträgen unterwegs. Kannst du dich noch an die Anfänge erinnern: Wie bist du Vortrags-Referent geworden und was hat dich dazu bewegt?
Nach der Afrika Reise bin ich ein paar Jahre später zu einer 1,5 jährigen Tour quer durch Süd-Ost-Asien aufgebrochen. Damals bin ich mit der Transsibirischen Eisenbahn von Berlin nach Peking gefahren. Mitten im Ural habe ich plötzlich gemerkt, dass ich noch voller Geschichten und Erfahrungen aus der Afrikadurchquerung bin. Ich wusste gar nicht wo ich die neuen Eindrücke hinpacken sollte. Die Erlebnisse mussten einfach verdaut werden und die Vorträge sind ein tolles Medium dies zu tun. Andere an meinen Erfahrungen dran teilhaben zu lassen und dabei selber alles zu verarbeiten. Mittlerweile bin ich sehr froh mit meiner Frau Aneta die Reisen und die Leidenschaft Fotografie teilen zu können und das wir die Projekte jetzt gemeinsam angehen.

Eure Reise-Reportagen bezeichnet ihr als „Travelogue“. Was können wir uns darunter vorstellen?
Travelogue stammt von Burton Holmes, einem US-Amerikaner der vor gut einem Jahrhundert als erster Reisevorträge vor großem Publikum gehalten hat. Er sah sich weniger als Lecturer, sondern mehr als Entertainer. Genauso sehe ich meine Shows. Ich möchte meine Erfahrungen und Geschichten teilen, aber keinen bebilderten Reiseführer präsentieren. Die Travelogues sollen Ländererlebnisse sein. Die Zuschauer erleben das Land durch meine Augen und kommen dadurch mit auf die Reise und schauen nicht von außen mit Abstand drauf, wie bei einer Dokumentation.

Island und Südafrika trennen über 11.000 km Luftlinie. Was fasziniert dich an den beiden doch sehr unterschiedlichen Ländern?
Beide Länder sind total unterschiedlich und haben doch Gemeinsamkeiten. Auf Island ist es die einzigartige Vulkanlandschaft die so anders, so faszinierend ist, dass meine Frau Aneta und ich kaum glauben konnten, dass es so viel Schönheit gibt.
In Südafrika sind es vorwiegend die Vermischung von Natur und Wildlife und die erfrischende afrikanische Kultur die die Faszination ausmacht.
Die Gemeinsamkeit der beiden Länder liegt aber an der Bevölkerung, die beide noch eine Art Pioniergeist an den Tag legen, den wir im restlichen Europa schon lange verloren haben.

In deinen Projekten steckt viel Arbeit und Zeit: Wie lange bist du für dein Vortrags-Projekt durch Südafrika und Island gereist?
Bei allen meiner Vorträge hat es sich herausgestellt, dass wir min. 6 – 7 Monate aktiv im Land unterwegs sein müssen um tolle Bilder und interessante Geschichten mit den Menschen zu sammeln. Island bereisen wir seit 2010 jährlich und waren mittlerweile gut über 8 Monate vor Ort. Jedes Jahr kommen neue Bilder dazu oder ich tausche etwas aus, sodass der Vortrag hoch aktuell bleibt.
Nach Südafrika fahren wir alle paar Jahre regelmäßig zurück um Freunde zu besuchen und die Veränderungen zu dokumentieren. Gerade im letzten Sommer waren wir wieder von Kapstadt zum Krügerpark unterwegs und haben ein doch stark verändertes Land vorgefunden, das selbstverständlich in den Vortrag eingeflossen ist.

Wir haben dich bei GRENZGANG auch schon mit Reiseberichten über das Baltikum, Myanmar und Neuseeland erlebt. Wir schaffst du es eine besondere Beziehung zu den einzelnen Ländern aufzubauen?
Das kommt automatisch durch die lange Reisezeit vor Ort und der tiefen Beschäftigung mit den Menschen und dem Land. Den Kontakt lasse ich auch niemals ganz abklingen. Mich zieht es regelmäßig in die Länder zurück und ich finde es faszinierend zu erleben wie sich die Länder verändern.

Reisen und nebenbei arbeiten – das klingt für viele Menschen sehr verlockend. Auch auf unseren Veranstaltungen erleben wir immer wieder, dass die Besucher sehr beeindruckt von eurem Beruf als Vortrags-Referenten sind. Wie siehst du deinen Job: Gibt es Situationen wo du genug davon hast?
Ich bin in der glücklichen Lage meine Leidenschaft zum Beruf gemacht zu haben. Es bereitet mir sehr viel Freude zu reisen, zu fotografieren und auch darüber zu berichten. Natürlich ist nicht alles immer Friede, Freude, Eierkuchen. Hinter einer Show stehen sehr viel Arbeit und Entbehrungen. Meine Entscheidung den Ingenieursberuf zu Gunsten des Reisens und der Vorträge nicht auszuüben habe ich bis heute kein einziges Mal bereut.

Was ist für dich das Schönste an deinem Beruf?
Die Kombination und Abwechslung von Reisen, fotografieren, die kreative Herausforderung bei der Zusammenstellung einer neuen Show und letztendlich auf der Bühne stehen und das Erlebte weiterzutragen. Hinzu kommen neuerdings auch noch Fotoreisen und Workshops an das ich früher so nie gedacht habe, aber eine logische Fortführung meiner Passion bedeutet.

Fährst du eigentlich auch mal in den Urlaub?
In den was…..? Nun ja, es ist schwer zu sagen was Arbeit und was Urlaub ist. Da ich für mein Leben gerne fotografiere ist die Kamera natürlich immer mit dabei und ich freue mich, wenn ich ein tolles Bild kriege. Manchmal nehme ich mir aber eine Auszeit und stresse mich nicht so sehr mit der Fotografie. Dann bleibt der eine oder andere feuerhafte Sonnenaufgang unbeachtet und ich lasse die Sache ruhiger angehen.

Auf was freust du dich jedes Mal bevor du wieder aufbrichst?
Auf die Möglichkeit neu Welten und Kulturen zu entdecken. Auf den Spaß an der Fotografie und mein eigenes Wissen zu bereichern. Es ist eine neue Herausforderung die mich offen und jung hält und mein Leben so lebenswert macht.

Und zum Schluss: Wohin geht deine nächste Reise?
Nachdem wir in den letzten Jahren exzessiv Thailand bis in alle Ecken bereist haben und der neue Vortrag gerade Premiere feierte, haben wir uns für die nächsten Jahre ein neues, großes Ziel ausgesucht. Ein Land, das gut in die Liga von Island, Südafrika und Neuseeland hineinpasst und das heißt: AUSTRALIEN

Dirk, vielen Dank für das Interview – das GRENZGANG-Team freut sich schon sehr auf deine Shows 🙂

Das tierische Leinwanderlebnis „Südafrika – Von Kapstadt zum Krügerpark“ mit Dirk Bleyer könnt ihr LIVE erleben am:
Düsseldorf: 03.12.
Bochum: 05.12.
Münster: 06.12.
Aachen: 07.12.
Krefeld: 08.12.
Mönchengladbach: 09.12.
Köln: 10.12.
Alle Infos und Tickets gibt es hier!

In Düsseldorf und Köln könnt ihr euch von über die Leinwand tanzende Nordlichter verzaubern lassen: Mit seiner Show „Island – im Rausch der Sinne“ ist Dirk Bleyer am 3. Dezember in Düsseldorf und am 28. und 29. Dezember in Köln zu Gast.
Alle Infos und Tickets gibt es hier!

Auch kulinarisch vereisen wir mit Dirk Bleyer: Seine neue Dinnershow „Thailand“ entführt uns zu tropischen Stränden und lebhaften Städten, während uns ein landestypische Menü auf den Geschmack Südostasiens bringt.
Alle Infos und Tickets gibt es hier!



Veröffentlicht von Patricia Pilgram am 9. November 2017 in der Kategorie »Aus aller Welt, Interview« mit den Schlagwörtern: ,

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