Eine Reise-Präsentation entsteht … auf einer Reise!

Thorge Berger bei der Arbeit
Wie ich meinen Indien-Vortrag („Kumbh Mela“) in Thailand vorbereite.

Zunächst einmal Hallo!
Ich freue mich, jetzt bei GRENZGANG als Gast-Blogger dabei sein zu dürfen!
Als Patricia mit mir über die Idee gesprochen hat, dachte ich, als Reisefotograf bin ich vor allem gerne eins: unterwegs! Aber, warum nicht unterwegs auch mal bloggen!? Also, legen wir los …

Eine kurze Vorgeschichte
Vor ein paar Jahren verwirklichte ich mir mit meiner Frau Heike einen lange gepflegten Traum und wir nahmen uns eine „Auszeit“ von sechs Monaten, während der wir komplett unterwegs waren. Das war möglich, weil wir beide selbstständig sind, darauf gespart und die Auszeit lange vorher mit unseren Kunden besprochen hatten. Ein Teil der Absprache war, dass wir immer mal erreichbar sind. Es war ganz wunderbar, so lange unterwegs zu sein, und in allen Ländern, die wir damals besuchten, hat es uns sehr gut gefallen. (Oman, Indien, Bhutan, Thailand, Laos, Japan und Australien). In einigen waren wir allerdings länger als in anderen und in Thailand, genauer gesagt in Chiang Mai (einer Stadt im Norden des Landes), haben wir damals rund einen Monat verbracht. Wir entdeckten seinerzeit auch einen s.g. „Coworking Space“ um die Ecke von unserem Guest House in der Altstadt.

Was ist denn ein „Coworking Space“, werden sich jetzt sicher einige fragen!? Nun, es handelt sich dabei um eine Büroetage oder gar um en Bürogebäude, welches als Großraumbüro dient (in unserem Falle ist es sogar ein Loft). Man kann sich dort einen Arbeitsplatz mit eigenem Schreibtisch und sehr schneller Internetverbindung mieten. Optional kann man auch noch andere Angebote hinzu buchen, wie etwa einen eigenen Monitor oder einen Meetingraum mit Beamer und allem drum und dran. Die Atmosphäre ist ein wenig, wie in einer Bibliothek, d.h. es wird nicht laut gesprochen sondern die Menschen, die dieses Angebot nutzen, konzentrieren sich auf ihre Arbeit (oder was immer sie gerade dort machen). Außerdem gibt es Kaffee und Wasser umsonst, eine kleine Küche und man kann auch einmal etwas ausdrucken, wenn man das braucht. Genutzt wird solch ein Angebot übrigens viel von s.g. „Digitalen Nomaden“, also Menschen, deren Arbeit vor allem am Rechner stattfindet und die daher im Grunde nicht ortsgebunden arbeiten müssen. Dazu gehören z.B. viele Programmierer oder Reiseblogger.

Nun, wir probierten dieses Arbeitskonzept seinerzeit für uns aus und fanden es toll, sehr konzentriert arbeiten zu können, dann aber auch wieder die Vorzüge zu genießen, die es hat, in Thailand zu sein: fantastisches Klima (während ich dies hier schreibe, sitze ich mit Shorts und Flip-Flops an meinem Schreibtisch!), köstliches Thai-Essen für kleines Geld, sowie eine interessante Umgebung mit vielen Möglichkeiten! (Die Altstadt von Chiang Mai hat vermutlich die höchste Dichte an Buddhistischen Tempeln weltweit!). Nicht zu vergessen, die berühmt / berüchtigte Thai-Massage, die an jeder Ecke angeboten wird und nach langen Stunden am Schreibtisch zwar zunächst weh, dann aber sehr gut tut!

Wieder da – mit erweiterten Möglichkeiten
Auf Basis dieser positiven Erfahrung, entstand bei uns schon damals der Plan, noch einmal einen Monat nach Chiang Mai zu gehen, um dort Projekte zu realisieren. Und nun ist es also soweit: von Mitte Dezember 2016 bis Mitte Januar 2017 „überwintern“ wir in Chiang Mai, um dort zu arbeiten. Ein günstiges Guest House in der Altstadt war – trotz Hochsaison – noch leicht zu finden, Fahrräder sind bereits gemietet und unsere Arbeitsplätze im Coworking Space gebucht. (Übrigens, für die, die es genau wissen wollen: unser Coworking Space heisst „Pun Space“, hier geht’s zur entsprechenden Webseite …
Seinerzeit hatte wir unsere Arbeitsplätze auf Tagesbasis gebucht, weil wir flexibel sein wollten. Diesmal haben wir uns für s.g. „Cool Desks“ entschieden und gleich für einen ganzen Monat gebucht. Das ist natürlich erst einmal eine Investition, aber unter dem Strich günstiger, wenn man wirklich arbeiten will. Und mit der „Cool Desk“ Option hat man einen festen Schreibtisch sowie einen eigenen „Locker“, also einen abschließbaren Container, sodass wir auch Material dort lassen können. Außerdem bekommen wir mit dieser Buchung einen 24/7 Zugang. D.h., auch, wenn wir mal jenseits der üblichen Geschäftszeiten (Mo.- Sa von 09:00 – 18:00 Uhr) arbeiten wollen, haben wir nun jederzeit Zugang zum Coworking Space über den Fingerabdruckscanner am Eingang …
Wie sich heraus stellt, war es eine gute Idee, die „Cool Desks“ zu buchen, denn: das Arbeiten in Chiang Mai (und insbesondere im „Pun Space“) scheint sich deutlich steigender Beliebtheit zu erfreuen … Es ist voll! Außerdem bekommen wir eine Rechnung, die wir steuerlich absetzen können! Auch schön. Dass es voll ist hat aber auch Vorteile, so wird neuerdings ein optionaler „Power Lunch“ angeboten. Da schließt man sich einer Essenbestellung an und isst dann gemeinsam auf dem großzügigen Balkon. Wir probieren das heute mal aus, denn gebratene Nudeln, wahlweise mit Hühnchen, Schweinefleisch oder vegetarisch für 50 Bath (umgerechnet ca. € 1,50), klingt verlockend …
Tatsächlich ist das Essen später auch sehr lecker! Warum allerdings Nudeln mit Chicken ein „Power Lunch“ ist, hat sich uns nicht erschlossen!? 😉 Interessant war aber folgendes Phänomen: Wo wir sonst alle voll konzentriert und schweigend arbeiten, wurde beim Lunch gequatscht, als wenn’s kein Morgen gäbe! Vielleicht hatten wir alle einfach viel aufzuholen …!? Ebenfalls spannend fand ich, dass die Menschen wirklich aus allen Teilen der Welt zu kommen scheinen – wir waren in dieser Runde die einzigen Deutschen!

Vorbereitungen …
Was muss man eigentlich bedenken, wenn man „unterwegs arbeiten“ will? Wie ich feststellen musste, eine ganze Menge. Was ich mir im Vorfeld klar gemacht habe, war, dass ich keine Chance haben würde, an Material zu kommen, das ich zu Hause vergessen hätte! Daher war wichtig für mich, wirklich alle Daten (Bilder, Videos, Tonaufnahmen etc.) auf Festplatten dabei zu haben. Da ich auch eine ganze Menge Videoschnitt machen wollte, war es wichtig, schnelle Festplatten zu nutzen. Ich habe mich für die super kleinen und sehr robusten SSD-Festplatten des Österreichischen Herstellers Angelbird entschieden und sie stellen sich als goldrichtige Wahl heraus! Da ich die Atmosphäre im Coworking Space ja bereits kannte, war mir klar, dass eins meiner wichtigsten Utensilien ein gutes Paar Kopfhörer sein würde. Denn, ich möchte nicht darüber nachdenken, was passieren würde, wenn ich hier meinen Videoschnitt ohne Kopfhörer machen würde!
Außerdem wollte ich einiges an Literatur nutzen, und nicht alles gibt es in digitaler Form. Da Bücher aber schwer sind, und es strikte Gewichtslimitierungen auf Flugreisen gibt, haben meine Frau und ich bereits vor 3 Wochen ein Paket mit Büchern voraus geschickt. Wir hatten vorher mit unserer Gastgeberin bei Air b’n’b verabredet, dass sie das Paket für uns in Empfang nimmt. Für die Arbeit an meiner Live-Reportage „Kumbh Mela“ wollte ich auch (erstmalig) eine spezielle Präsentations-Software namens „m.objects“ nutzen. Das stellte mich vor einige Herausforderungen, da ich ein Apple-User bin und die Software nur für Windows verfügbar ist! Grrrr. Aber – man kann es kaum glauben – für größere Live-Präsentationen auf dem Mac gibt es scheinbar keine professionelle Software! (Bislang habe ich das mit Apples eigenem Programm Keynote gemacht. Da stößt man aber schnell an Grenzen.). Also, was tun? Zum Glück bietet Apple die Möglichkeit, über eine Funktion namens „Bootcamp“, auch Windows auf meinem MacBook Pro zu installieren. Gesagt getan, die Installation ist zum Glück denkbar einfach und so kann es jetzt los gehen …

Kumbh Mela Präsentation von Thorge Berger

Neujahr in Thailand
In der Zwischenzeit haben wir nun auch Neujahr hier verbracht und einmal so ganz anders gefeiert: Keine laute Party mit Knallerei und dergleichen, sondern, wir haben an einer sehr schönen Zeremonie Buddhistischer Mönche in unserem Lieblingskloster Wat Phan Tao teilgenommen. Zum Schluss haben wir noch am Tha Pae Gate gemeinsam eine Papierlaterne in den Himmel steigen lassen und uns damit für das Gute im vergangenen Jahr bedankt und unsere Wünsche für 2017 ins Universum geschickt …


Dankbarkeit und Wünsche

So, nun werde ich mich mal wieder meiner Präsentation widmen, damit es am 19. Februar auch etwas Feines zu sehen gibt … Mehr Infos zu meiner Präsentation finden Sie hier.
Ich würde mich freuen, wenn Sie vorbei kommen und sich ansehen, was in Thailand "den letzten Schliff" bekommen hat! 😉

Herzliche Grüße aus Chiang Mai

Thorge Berger
www.reisefotografie.de



Veröffentlicht von Thorge Berger am 6. Januar 2017 in der Kategorie »Reiseberichte« mit den Schlagwörtern: , , , ,


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Brigitte Lemmel | 24. Jan 2017 um 14:56 Uhr

Sehr interessanter Beitrag über Möglichkeiten während Reisen in einer netten Büroatmosphäre zu arbeiten, und das sogar in Thailand! Ich persönlich habe auch schon einige Erfahrungen mit solchen Co-Working-Offices gemacht und nutze diese auf meinen Reisen regelmäßig. Letzten Monat war ich in den Philippinen in Manila, dort hab ich 4 Tage lang in einer Art Scheune mit so 10 anderen Freiberuflern gearbeitet. Die Atmosphäre war phantastisch und kreativ! Aber auch in Deutschland gibt es Co-Working Büros. Zum Beispiel habe ich letzte Woche bei dem Besuch meiner Familie in Düsseldorf das UBC Collection Businesscenter getestet. Da ich sehr häufig in Düsseldorf bin, habe ich monatsweise einen Studensatz gemietet. An sich ist es „typisch deutsch“ und natürlich auch moderner und hochwertiger als auf meinen Reisen, aber die Atmosphäre bezüglich Kreativität ist vergleichbar. Zumindest war ich bis jetzt sehr kreativ dort 😉 aber vielleicht zieht es mich demnächst ja auch schon wieder in ein anderes Coworking-Büro..

Thorge Berger | 1. Feb 2017 um 08:37 Uhr

Liebe Frau Lemmel,

vielen Dank für Ihren Kommentar zu meinem Beitrag. Eine gute Adresse zum Suchen von Coworking Spaces weltweit ist auch folgende Webseite: https://www.coworker.com

Herzliche Grüße
Thorge Berger