Monsunzauber – Reisen trotz Regenzeit. Ein Bericht von Steffen Hoppe.

Veröffentlicht am 21. Januar 2019 in der Kategorie Reportage

Wann nahm ich das erste Mal Regen wahr? Ich meine nicht als lästige Erscheinung, sondern als Lebensspender. Da muss ich immer wieder an einen Nachmittag im Jahr 2003 im Süden des Niger zurück denken. Es hatte zum ersten Mal seit langer Zeit geregnet. Ein alter Herr stand vor seinem Haus und blickte strahlend zu einem Wirrwarr zerrissener Wolken empor und sagte: L’eau, la source de la vie. In den folgenden Jahren entbrannte wieder meine alte Liebe zu Asien. Zufällig besuchten wir Myanmar zu Beginn der Monsunzeit, als riesige Kumolonimbuswolken über dem Shan-Bergland standen und die unerträgliche Hitze nur durch sintflutartige Regenfälle gelöscht wurde. Auf einer anderen Reise mühten wir uns in einem Kleinbus den Karakorum Highway in Pakistan in die Berge hinauf. Erdrutsche waren abgegangen, die unsere Weiterreise behinderten, aber die Landschaft, sonst grau-braun, glänzte in unwirklichen grün. Der Monsun ist nicht nur ein Wetterphänomen, sondern auch ein Gefühl.

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Sisyphus, die Suche nach Waffen und warum ich (trotzdem) reise – Eine Reportage von Heinrich Geuther

Veröffentlicht am 7. Januar 2019 in der Kategorie Reportage

Es gibt Gegenden unserer Erde, da will keiner hin! Der westafrikanische Dschungel gehört dazu. Der Journalist Heinrich Geuther ist nach Liberia, Sierra Leone und Guinea gereist – Länder, die durch Jahrzehnte andauernden Bürgerkriege in Schutt und Asche gelegt wurden und in die kurz nach dem Krieg kaum ein anderer freiwillig auch nur einen Fuß setzen wollte. Was wissen wir über diese Dschungelstaaten? Fast nichts! Und wenn doch etwas aus dieser Gegend zu uns dringt, dann sind es Botschaften von wahnsinnigen Diktatoren, von irrwitzigen Bürgerkriegen, von Kindersoldaten, Blutdiamanten und Ritualmorden – in jedem Fall sind es blutige Schlagzeilen. Ich frage mich, warum man freiwillig in die Kriesengebiete dieser Welt reist. Was Heinrich Geuther bewegt in diese Gegenden zu reisen und was er dort erlebt – davon könnt ihr hier in seiner Reportage lesen.

Bild/Text: Heinrich Geuther

Es war offensichtlich, dass seine Last zu schwer war. Er hatte sich übernommen. Zumindest dachte ich das. Der steile Wall aus rotem Staub gab nach, brach zusammen, er rutschte den ganzen Weg, den er bereits erklommen hatte zurück und verschwand unter der Staublawine. Es dauerte einige Sekunden, dann tauchte er wieder auf. Seine Last immer noch fest im Griff, begann er den Anstieg von neuem.


Sierra Leone – Diamantengebiet

Ich konnte meinen Blick nicht von ihm abwenden, musste seine scheinbare erfolglosen Bemühungen immer und immer wieder beobachten, wenige Zentimeter unter meinen Augen. Jedes Mal, wenn ich versuchte, den Kopf zu heben, spürte ich diesen metallischen Gegenstand an meinem Hinterkopf. Ich wusste natürlich, was mich am Aufstehen hinderte und ich beschloss, mich in mein Schicksal zu fügen. Immerhin nahm ich den Alkoholgeruch nicht mehr wahr. Nur der Geruch der roten Erde eines namenlosen Orts in den Regenwäldern Guineas drang in mich ein und eine Ameise, nennen wir sie Sisyphus, erklomm unersteigbare Höhen. Ich begann in dieser surrealen Situation mich über mich selbst zu wundern.
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Mit dem Oldtimer auf Weltumrundung. Ein Interview mit Sabine Hoppe und Thomas Rahn.

Veröffentlicht am 7. November 2018 in der Kategorie Aus aller Welt, Reportage


Mit ihrem Oldtimer „Paula“ brechen Sabine Hoppe und Thomas Rahn auf in die Ungewissheit der Fremde – zu ihrem ganz eigenen „Abenteuer Weltumrundung“. Dass die „drei“ gemeinsam sechs Jahre unterwegs sein werden, ahnen sie zu Beginn ihrer Reise nicht. Katharina Maksym hat mit ihnen über ihre außergewöhnliche Weltumrundung gesprochen:

Wohin ging es mit eurem Oldtimer?

Thomas: Als wir im Spätherbst 2009 mit Paula aufgebrochen sind, hatten wir Lust, die Welt ein wenig besser kennenzulernen. Wo wir auf dieser Reise genau hinkommen würden, wussten wir noch nicht. Sechs Jahre später sind wir zurückgekehrt und hatten 54 Länder auf fünf Kontinenten druchquert und dabei einmal die Erde umrundet. Unsere Reise führte von Deutschland durch Osteuropa bis in den Nahen Osten, entlang der sagenumwobenen Seidenstraße, durch die Splitterrepubliken der ehemaligen UDSSR bis in die unwegsame Mongolei. Wir kämpften uns durch China bis nach Südostasien und erreichten dort ein erstes Ende der Welt. Doch wir wollten noch mehr kennenzulernen und brachten Paula mit einem Frachtschiff nach Nordamerika. Dort folgten wir der Idee, mit ihr entlang der Panamericana durch Nord-, Zentral- und Südamerika bis nach Feuerland zu reisen. Unsere Neugier war ungebrochen und wir stellten uns auch der letzten großen Herausforderung, der Durchquerung Afrikas von der Südspitze bis zurück in die Heimat. Alles in allem reisten wir mit Paula auf 120.000 Kilometern um die Erde.

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Immer auf dem Sprung. Motorradabenteuer in Kalifornien.

Veröffentlicht am 4. November 2018 in der Kategorie Reportage

Wenige amerikanische Bundesstaaten sind populärer als Kalifornien: Der Pazifik malt mit dem legendären Highway No. 1 die Küstenlinie aus und die Sierra Nevada scheidet Weinbau von Wüste. Dazwischen liegen weltberühmte Nationalparks mit feinsten Straßen und herausfordernden Pisten. Gründe genug hinzufahren gibt es also. Aber was, wenn trotz kalifornischer Sonne der Kalender auf „Winter“ steht? Dirk Schäfer versucht dem Winter davonzufahren.


Platz für große Gefühle im Nordosten der Mojave-Wüste: Panamint Valley

Text und Fotos: Dirk Schäfer

Was ging Dir eigentlich durch den Kopf, als der letzte Winter unabweisbar vor der eigenen Haustür stand? Mal wieder an die Nordsee fahren, um sich richtig durchpusten zu lassen? Auf die zehn Tage Skiurlaub hin Fiebern, erst mit artigem Schlangestehen auf der Autobahn und dann am Lift? Machen wir uns nichts vor: Der Winter wird immer nur ein zweitklassiger Sommer sein. Wenn überhaupt! Deshalb habe ich dieses Mal an eine transkontinentale Winterflucht gedacht: Kalifornien. It never rains! Und von Schnee hat in Kalifornien erst recht noch niemand gesungen. Also: Startpunkt Los Angeles.

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Mit dem Fahrrad einmal um die Welt – Peter Smolka bricht erneut auf!

Veröffentlicht am 30. April 2018 in der Kategorie Reportage

Am Gründonnerstag 2013 bricht der Erlanger Abenteurer Peter Smolka auf, um mit dem Fahrrad die Erde zu umrunden. Viereinhalb Jahre wird er unterwegs sein, 88.000 Kilometer im Sattel sitzen. Eine seiner Missionen: Alle Erlanger Partnerstädte besuchen. Am 6. Mai wird Peter Smolka um 18 Uhr in der Alten Feuerwache seine Live-Reportage „Rad ab II – Tour de Friends“ präsentieren, in der er seine komplette Weltumradlung schildert.

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Abgefahren – 3000 Kilometer im Rollstuhl durch Myanmar

Veröffentlicht am 10. Februar 2018 in der Kategorie Reportage, Veranstaltungstipps

Andreas Pröve, Buchautor, Globetrotter aus
Leidenschaft und Minimalist, ist mit einem neuen
Abenteuer on Tour. Vier Mal reiste er durch das
ehemalige Burma und entdeckte ein erstaunlich
rollstuhlfreundliches Land.

Auf eigene Faust durch Myanmar reisen ist nicht einfach. Viele Gegenden sind aufgrund ethnischer Konflikte touristisches Sperrgebiet und Hotelbesitzer benötigen eine Ausländerlizenz. Diese Bedingungen erschwerten meine Reiseplanung erheblich, auch, weil die Distanz zwischen zwei legalen Unterkünften oft weit über 100 Kilometer betrug. Mehr, als ich in Handarbeit mit dem Rollstuhl schaffen konnte.

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Mein Büro liegt im Ozean

Veröffentlicht am 28. Januar 2018 in der Kategorie Reportage

Als Meeresbiologe und Forschungstaucher begleitet Uli Kunz wissenschaftliche Expeditionen. Mit seiner Forschungstauchfirma Submaris macht er Tauchgänge im Auftrag von Universitäten und Instituten und betreut Dreharbeiten für Fernsehsender und Produktionsfirmen. Der Ozean als Arbeitsplatz, von Uli Kunz.


© Uli Kunz, Der Walhai ist der größte Fisch der Welt – und für Menschen völlig ungefährlich, da er sich nur von Plankton ernährt.

Ich kann mir nicht immer aussuchen, wo ich arbeite, bei welchen Temperaturen oder welcher Sichtweite ich ins Wasser gehe und zu welcher Jahreszeit ich aufbreche. Die Aufgabe unter Wasser, das Projekt und die aufgenommenen Daten haben Vorrang. Was etwas ungemütlich klingt, hat natürlich meistens große Vorteile, denn ich konnte bisher an vielen ungewöhnlichen und schwer zu erreichenden Plätzen tauchen und dabei mit Forschungsschiffen, Tauchbooten und Tauchrobotern arbeiten. Die Faszination für abenteuerliche Orte hat mich nie losgelassen: Ich bin mit 150 Kilogramm Ausrüstung in eine französische Höhle geschwommen, bin in den geheimnisvollen Cenoten im mexikanischen Dschungel abgetaucht und habe dort archäologische Schätze aus der Maya-Zeit fotografiert, wurde 50 Meter in einen Brunnenschacht abgeseilt, von einem Walhai über den Haufen geschwommen und von Blauhaien umkreist, habe ein Tauchboot in einem riesigen Wasserkraftwerk gefilmt und bin in der Arktis fast von einem Buckelwal verschluckt worden.

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Rückenwind – Mit dem Rad um die Welt!

Veröffentlicht am 5. Januar 2018 in der Kategorie Aus aller Welt, Reportage

Wie fühlt sie sich an, die endlose Freiheit in der weiten Welt? Wer hat noch nicht davon geträumt: Dem Alltag auf unbestimmte Zeit Lebewohl zu sagen und auf große Reise gehen, fremde Länder zu bereisen, Regen, Wind und Sonne auf der Haut zu spüren und tief in fremde Kulturen einzutauchen… Immer wieder brechen Menschen auf und lassen sich für Wochen oder sogar Jahre auf ein unvergessliches Abenteuer ein. So erfüllten sich auch die beiden Oberösterreicher Anita Burgholzer und Andreas Hübl einen lang gehegten Lebenstraum, als sie die weichen Bürosessel für 28 Monate gegen ihre harten Fahrradsättel tauschten. Eine intensive Zeit auf zwei Reiserädern, die sie über 36.500 km durch 35 Länder und 3 Kontinente führte.

Wie wird man Rad-Weltenbummler? Was lässt man hinter sich, wovon träumt man, was ist Realität? Anita Burgholzer und Andreas Hübl über das Leben eines „ganz normalen Reiseradlerpaars“.
„Es hat damit begonnen, dass wir immer schon gerne abseits der ausgetretenen Touristenpfade unterwegs waren und gemeinsam von einer längeren Reise ohne Rückkehrdatum geträumt haben“, erzählt der 38-Jährige Betriebswirt & Bike-Guide begeistert. „Als wir dann 2007 unseren ersten, dreiwöchigen Bike-Trip auf einer Jemenitischen Insel machten, waren wir fasziniert von dieser puristischen Art des Reisens. Wir legen jedem angehenden Reiseradler solch eine mehrtägige Probetour ans Herz − es muss ja nicht gleich in den Jemen gehen“. Das Rad als ideales Fortbewegungsmittel für eine Weltreise war ab diesem Zeitpunkt klar. „Du bist langsam genug, um dich intensiv auf fremde Kulturen und Menschen sowie großartige Naturlandschaften einzulassen, aber auch schnell genug, um in relativ kurzer Zeit weite Distanzen zu überwinden“.

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Fotoschule – So machst Du bessere Fotos vom Sternenhimmel

Veröffentlicht am 11. Dezember 2017 in der Kategorie Reportage, Veranstaltungstipps

Ein Textbeitrag von Geograf und GRENZGANG-Referent Christian Sefrin:


© Christian Sefrin, Die Milchstraße aufgenommen mit Blende 2.8, 30 Sek.

Wir alle kennen diese einmaligen Momente unter einem endlosen Sternenhimmel zu sitzen, am Lagerfeuer im Frieden mit uns und der Welt. Doch greift man nun spontan zur Kamera, um diese Einzigartigkeit im Foto festzuhalten sind die Ergebnisse meistens unbefriedigend. Ich möchte Euch heute einige einfache Schritte zeigen, wie ihr künftig bessere Sternenfotografien machen könnt. Wichtig sind natürlich neben einer guten Ausrüstung und dem entsprechenden Wissen über dessen Bedienung auch die äußerlichen Bedingungen wie Wetter, Mond und Standort, um beachtliche Ergebnisse mit dem nötigen Aha-Effekt zu erzielen.

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Perfekt versteckt!

Veröffentlicht am 15. November 2017 in der Kategorie Reportage

Nirgendwo sonst auf der Welt wird die hohe Kunst der Täuschung so vielfältig zelebriert wie in den Regenwäldern. In Jahrmillionen andauernder Evolution haben es die Illusionisten zu fast unbegreiflicher Meisterschaft gebracht.

Doch wer zum ersten Mal Borneos Urwälder betritt, wird vergebens nach der erwarteten, überschäumenden Artenvielfalt suchen. Der größte Teil der Tiere bevorzugt die oberen Etagen des Waldes und ist somit außerhalb der Sichtweite. Der andere, bodennahe Teil aber verschmilzt mit dem Gewirr der Pflanzen.

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