Simon Michalowicz wagte die Königsdisziplin unter Norwegens Wanderwegen. Simon im Interview.

„Norge på langs“ ist die Königsdisziplin unter Norwegens Wanderwegen. Simon Michalowicz stellt sich der Herausforderung und läuft vom südlichsten Punkt am Kap Lindesnes bis zum Nordkap jenseits des Polarkreises: 3.000 Kilometer und 140 Tage. Von seinem unvergleichlichen Abenteuer mit allen Höhen und Tiefen berichtet Simon Anfang November live in Köln und Düsseldorf. Wir haben Simon getroffen und ihm vorab schon einmal ein paar Fragen zu seiner Trekkingtour gestellt.

Hallo Simon,
bei den Discovery Days 2017 haben wir einen ersten Eindruck von deinem Vortrag bekommen: Mit deiner sympathischen Art und Selbstironie hast du das Publikum und uns begeistert. Wir freuen uns daher sehr, dass du bald mit deiner Reise-Reportage „Norwegen der Länge nach“ im GRENZGANG-Programm bist.

Wie bist du auf die Idee gekommen, Norwegen der Länge nach zu durchqueren?
Ein Freund hatte mir von dieser Tour berichtet. Und je mehr ich mich dann damit beschäftigt hatte, umso größer wurde der Wunsch, diese Tour dann auch selbst wirklich mal anzugehen.

Es gibt ja keine feste Route für Norge på langs. Wie hast du dich auf die Tour vorbereitet?
Die beste Vorbereitung ist auf Touren vorher Erfahrung zu sammeln. Und wenn man sich dann auf diese spezielle Tour vorbereitet, muss man sich viele Dinge in Blogs usw. von Leuten anlesen, die diese Tour schon gemacht haben, denn es gibt kein Guidebook zu dieser Wanderung und jeder macht es auf seien Art und Weise anders. Aber das man diese Tour am besten so genau und ausführlich am Schreibtisch vorbereitet steigert meiner Meinung nach auch die Chance, das man es a m Ende packt!

Du bist insgesamt über 4 Monate unterwegs gewesen. Dein Rucksack muss ziemlich schwer gewesen sein. Was hast du für so eine lange Tour eingepackt und worauf hättest du locker verzichten können?
Der Rucksack war so schwer wie auf jeder anderen Trekkingtour, die ich auch vorher schon gemacht hatte, ohne Proviant etwa 16 Kilogramm. Im Grunde ändert sich da ja nicht so viel auf Langtour, man macht halt viele kürzere Touren am Stück. Verzichten konnte ich eigentlich auf gar nix, denn ich hatte ja schon einige Touren vorher gemacht, wusste recht genau, was ich benötige und was nicht. Es ist einfach ein großer Vorteil, wenn man vor einer solch großen Tour schon vorher reichlich Erfahrungen gesammelt hat.

Ich kann mich gut erinnern, dass du bei den Discovery Days oft über Essen gesprochen hast. Wie war dein Proviantmanagement? Was hast du am meisten vermisst?
Vermisst habe ich eigentlich nichts. Das Unterwegssein steht ja im Vordergrund, da ist das Essen zwar eine große Sache, aber vermisst hab ich nichts, man bekommt ja in Norwegen im Supermarkt auch alles, was das Herz begehrt. Ansonsten habe ich mir von einer Freundin in Norwegen an bestimmte Orte Depotpakete schicken lassen, in denen Dinge waren, die man vor Ort oft nur schwer bekommt wie zum Beispiel gefriergetrocknete Trekkingnahrung. Auch neue Landkarten für den nächsten Abschnitt waren da dann mit drin.

Du bist ja große Strecken alleine gewandert. Ich stelle mir das ziemlich einsam vor. Womit hast du dich unterwegs beschäftigt?
Alleinsein heißt ja nicht unbedingt einsam zu sein, so jedenfalls geht es mir. Im Gegenteil, mir macht das Alleinsein unterwegs Freude. Und Beschäftigung gibt es ja unterwegs ständig. Man muss andauernd Entscheidungen treffen, Pläne ändern oder anpassen oder nutzt die Zeit einfach, um Gedanken, die einem dann begegnen auch bis zum Ende zu Verfolgen. Und natürlich hatte ich auch einen MP3-Player mit dabei, habe oft Musik oder Hörbücher gehört.

Gab es einen Punkt, an dem du umdrehen und die Tour abbrechen wolltest?
Nein! Nicht einmal kam dieser Gedanke auf!

Im Nachhinein: Was war für dich der schönste Moment und der schwierigste Moment?
Der schwierigste Moment war sicherlich das loslaufen. Man wird einfach erschlagen von der Distanz und der Größe des Projektes, weiß nicht ob man sich nicht zu viel zugemutet hat.
Und DEN schönsten Moment heraus zu picken ist schlicht nicht möglich, aber irgendwann unterwegs festzustellen, dass man es wirklich packen kann, sein Ziel zu erreichen, das ist schon großartig!

Auf so einer langen Tour passieren ja auch mal unangenehme Dinge. Was war deine größte Katastrophe unterwegs?
Ganz klar, als ich mein Zelt unterwegs verloren habe ohne es zu merken. Es war am Abend einfach nicht mehr zu finden, war außen am Rucksack befestigt und hatte sich tagsüber gelöst. Zum Glück konnte ich an dem Abend auf einer Hütte übernachten und mir ein neues Zelt besorgen – Glück im Unglück und ein großer Schlag fürs Reisebudget!

Du hast über den »Norge på langs« ein Buch geschrieben. Wie kam es zum Live-Vortrag?
Nachdem das Buch zur Tour veröffentlich worden war, bekam ich zig Anfragen, ob ich ncht auch mal einen Vortrag zur Tour hier und da machen könnte. Zuerst behagte mir der Gedanke nicht wirklich, ich bin einfach nicht die geborene Rampensau, tue mich echt schwer damit, öffentlich in einem großen Rahmen zu sprechen, das war schon in der Schule so. Aber man wächst ja mit der Aufgabe, so habe ich zugesagt und meine ersten Vorträge gehalten.

Und für die Zukunft: Ist schon ein neues Projekt in Planung?
Du wirst lachen, aber ich komme gerade eben erst von einem neuen super großen Projekt wieder, ich war wieder über vier Monaten unterwegs, diesmal zusammen mit meiner Freundin. Dreinmal darfst du raten, was wir gemacht haben und wo wir unterwegs waren! Wir haben Norwegen der Länge nach durchquert 😉

Mehr über Simons neuste Tour könnt ihr hier in seinem Blog lesen.

Wollt ihr mehr über Simons Tour erfahren? Dann kommt am 01.11. ins Düsseldorfer Savoy Theater oder am 04.11. in die Kölner Volksbühne.
Weitere Infos und Tickets gibt es hier.



Veröffentlicht von Patricia Pilgram am 22. Oktober 2018 in der Kategorie »GRENZGANG-Referenten im Gespräch« mit den Schlagwörtern: , , ,


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