Sisyphus, die Suche nach Waffen und warum ich (trotzdem) reise – Eine Reportage von Heinrich Geuther

Es gibt Gegenden unserer Erde, da will keiner hin! Der westafrikanische Dschungel gehört dazu. Der Journalist Heinrich Geuther ist nach Liberia, Sierra Leone und Guinea gereist – Länder, die durch Jahrzehnte andauernden Bürgerkriege in Schutt und Asche gelegt wurden und in die kurz nach dem Krieg kaum ein anderer freiwillig auch nur einen Fuß setzen wollte. Was wissen wir über diese Dschungelstaaten? Fast nichts! Und wenn doch etwas aus dieser Gegend zu uns dringt, dann sind es Botschaften von wahnsinnigen Diktatoren, von irrwitzigen Bürgerkriegen, von Kindersoldaten, Blutdiamanten und Ritualmorden – in jedem Fall sind es blutige Schlagzeilen. Ich frage mich, warum man freiwillig in die Kriesengebiete dieser Welt reist. Was Heinrich Geuther bewegt in diese Gegenden zu reisen und was er dort erlebt – davon könnt ihr hier in seiner Reportage lesen.

Bild/Text: Heinrich Geuther

Es war offensichtlich, dass seine Last zu schwer war. Er hatte sich übernommen. Zumindest dachte ich das. Der steile Wall aus rotem Staub gab nach, brach zusammen, er rutschte den ganzen Weg, den er bereits erklommen hatte zurück und verschwand unter der Staublawine. Es dauerte einige Sekunden, dann tauchte er wieder auf. Seine Last immer noch fest im Griff, begann er den Anstieg von neuem.


Sierra Leone – Diamantengebiet

Ich konnte meinen Blick nicht von ihm abwenden, musste seine scheinbare erfolglosen Bemühungen immer und immer wieder beobachten, wenige Zentimeter unter meinen Augen. Jedes Mal, wenn ich versuchte, den Kopf zu heben, spürte ich diesen metallischen Gegenstand an meinem Hinterkopf. Ich wusste natürlich, was mich am Aufstehen hinderte und ich beschloss, mich in mein Schicksal zu fügen. Immerhin nahm ich den Alkoholgeruch nicht mehr wahr. Nur der Geruch der roten Erde eines namenlosen Orts in den Regenwäldern Guineas drang in mich ein und eine Ameise, nennen wir sie Sisyphus, erklomm unersteigbare Höhen. Ich begann in dieser surrealen Situation mich über mich selbst zu wundern.

Ich hätte Angst haben sollen, hätte mich fragen sollen, was ich überhaupt hier an diesem gottverlassenen Ort in Westafrika zu suchen hatte. Aber nichts davon ging mir durch den Kopf, während Sisyphus weiter seine Last nach oben wuchtete. Stattdessen spürte ich plötzlich Erleichterung. Erleichterung darüber, dass ich eine Woche zuvor in jener chaotischen und turbulenten Nacht im Grenzgebiet Liberia zu Sierra Leone den „richtigen“ Pass verloren hatte. Zum Glück nicht den mit dem Visum von Guinea, welches der Soldat über mir bestimmt gleich sehen wollte. Irgendwo im Dschungel des östlichen Sierra Leones, dessen Boden geschwängert ist von Diamanten, verrottete nun mein liberianisches Visum, das mich im Vorfeld so viel Nerven gekostet hatte und erst Stunden vor dem Abflug nach Westafrika per Kurier eintraf einsam vor sich hin.

Die Staubwolke, die sich unmittelbar bevor ich Sisyphus entdeckte, in rasender Geschwindigkeit auf uns zubewegte, erschreckte mich nicht. Die Soldaten mit den Sonnenbrillen, die, an ihre Maschinengewehre geklammert, versuchten, die irrwitzige Fahrt auszubalancieren, hatte ich erwartet. Denn schon in Liberia sprach sich die Nachricht wie ein Lauffeuer herum, dass der Chefleibwächter des jungen guineischen Diktators diesen in den Kopf geschossen hatte. Die Tat schien mir passend zu dem Wahnsinn, den Moussa Dadis Camara, der an der Bundeswehr-Offiziersschule Dresden ausgebildete Offizier im ganzen Land verbreitete, nachdem er sich Weihnachten 2008 an die Macht geputscht hatte. Der Leibwächter floh und der Wahnsinn im Land potenzierte sich. Die Entourage Camaras begann, fiktive weitere Attentäter im Land zu jagen. Milizen, Militär, Eliteeinheiten, Gendarmerie fluteten die Orte, die Savannen, den Regenwald Guineas – niemand blickte da durch, jeder war verdächtig.

Dafür, dass der Wahnsinn die Macht in Guinea übernommen hatte, lief unsere Durchsuchung erstaunlich geräuschlos ab. Die Soldaten sprangen, noch während die Bremsen der Jeeps quietschten auf den staubigen Boden, stoppten unser Auto, rissen die Autotüren auf, stapelten unser Gepäck – nein, sie schmissen es nicht – auf der Urwaldpiste. Der einzige Soldat ohne Sonnenbrille zwang mich, Sisyphus kennenzulernen. Sie ließen sich Zeit mit der Durchsuchung.

Und dann kämpfte sie sich dann doch in mir empor – die schüchterne Frage nach dem „Warum?“ Welcher Teufel hatte mich geritten, durch Länder zu reisen, die in unserer Wahrnehmung der Inbegriff des Grauens waren und noch immer sind. Kindersoldaten, Blutdiamanten, Drogenrausch, abgehackte Hände – der Bürgerkrieg hatte Liberia und Sierra Leone mehr als zwei Jahrzehnte im eisernen Würgegriff. Die Länder verschwanden aus der seriösen journalistischen Berichterstattung. Kein westlicher Journalist traute sich 2005 in die gefährlichste Stadt der Welt – Monrovia, die Hauptstadt Liberias. Ungestört und unbeobachtet konnte das Grauen seines Amtes walten. Und jetzt, 4 Jahre danach, war kaum noch ein Stein auf dem anderen – kaputte Städte, kaputte Straßen, kaputte Seelen. Zumindest war das der Eindruck, wenn man sich in Europa über dieses Armageddon informierte. Eine Reise nach Liberia zu planen war so absurd, dass es dem Auswärtigen Amt der Bundesrepublik nicht einmal eine Warnung wert war. Ganz lapidar stand da: „Eine Reise außerhalb Monrovias ist nicht möglich.“ Punkt.


Liberia – Spuren des Krieges

Die Frage in mir legte ihre Schüchternheit ab und wurde lauter: „Warum?“ Hat das, was ich hier tue überhaupt einen Sinn?

Der Grund dafür, dass ich nun Sisyphus beobachtete, war ein Zufall, wie so oft im Leben. Ein Jahr zuvor fuhr ich zu einer Veranstaltung, um eine Freundin zu treffen. Sie war nicht da. Man sagte mir, sie sei unterwegs als Teilnehmer einer ganz besonderen Expedition. So sei sie halt – immer ein wenig anders, verrückter als andere. Und so erfuhr ich von der World AIDS Awareness Expedition. Eine kleine Gruppe um den verwegenen Joachim Franz hatte sich zum Ziel gesetzt, auf das weltweite Problem AIDS aufmerksam zu machen und planten, dass auf dem höchsten Berg eines jeden Landes unserer Erde eine Fahne mit der Dunkelziffer der AIDS-Infizierten dieses Landes wehen sollte. Jeder Gipfel sollte mit eigener Muskelkraft erreicht werden. Man konnte sich bewerben, dies zu tun. Sie selbst starteten die Initialzündung – die Cape-to-Cape-Expedition. Am 5. Oktober 2008 standen sie am Nordkap, am 1. Dezember, dem Welt-AIDS-Tag wartete eine Pressekonferenz in Kapstadt auf die Expedition, die bis dahin 20 Gipfel in 20 Ländern entlang ihres Weges bestiegen haben sollten – ein logistisches und körperliches Extrem-Unterfangen. Alles lief glatt bis sie auf dem Weg zum Ras Dashen, den höchsten Gipfel Äthiopiens, waren. Der Fluch der Marsabit, jener unerbittlichen Steinwüste im Norden Kenias schlug zu. Gleich bei zwei der drei Expeditionsfahrzeuge rissen die Stoßdämpfer – sie hatten keinen Ersatz dabei. Vier Tage dauerte es, dann kam der Ersatz aus Deutschland. Zu spät, um den Zeitplan zu halten – der Ras Dashen musste aufgegeben werden. In derselben Nacht – ich las von dem Unglück im Blog – entschieden meine Frau und ich, den Gipfel noch in der verbliebenen Expeditionszeit zu übernehmen. Wenig später wehte die äthiopische Expeditionsflagge auf dem Dach Afrikas, dem Ras Dashen. Über seine Höhe ist man sich nicht einig – von 4533m bis zu 4620m Höhe schwanken die Angaben. Dem Ras Dashen ist das egal – er thront über den zahlreichen anderen 4000ern, die sich aus dem Steinmeer des Simiengebirges erheben und wie Fregatten jeden Augenblick hinaus in See stechen scheinen zu wollen. Kurz danach wehte die Fahne auf der „Venus“, dem Säurevulkan Dallol – einer außerirdischen Landschaft inmitten des riesigen Karoum-Salzsees, dem tiefsten Punkt der Erde: 120m unter dem Meeresspiegel; und schließlich auch auf dem einzigen Vulkan der Erde mit ständigem Lavasee, dem Erta Ale inmitten der heißesten Wüste der Welt, der Danakil.


Sierra Leone – Mount Bintumani

Von diesem Moment an gab es kein Halten mehr. Die kommenden zwei Jahre nutzte ich jeden zur Verfügung stehenden Urlaubstag, um die Mission der World AIDS Awareness Expedition zu unterstützen. Es gab eine Liste mit den offenen Gipfeln in aller Welt. Wie erwähnt – man konnte sich bewerben. Die Gipfel Europas waren schnell vergeben, der Mount Everest auch. Der höchste Berg der Malediven war ebenfalls nicht lang auf der Liste – die Herausforderung: ein 3m hoher Sandhügel. Und dann gab es Gipfel, die lagen in Ländern… da wollte keiner hin.

Für die Organisatoren war die Auswahl für die No-Go-Länder leicht. Ich war der einzige Bewerber. Die Zusage kam schnell, die Fahnen ebenfalls. Die Planung dagegen machte eine gesunde Portion Größenwahn und grenzenlosen Optimismus unumgänglich. Wo liegen die Berge? Wie lang benötigt man, um sie zu erreichen? Wie kommt man hinauf und – viel wichtiger – wie wieder hinunter? Keine einfachen Fragen in Israel, Syrien, Palästina, in Serbien und dem Kosovo, auf der abgelegenen Tropeninsel Sao Tomé, oder in Kamerun, Kongo / Brazzaville und in der Zentralafrikanischen Republik. Oder eben jetzt gerade in Guinea, der Elfenbeinküste, Liberia und Sierra Leone? 14 Länder im Zeitraum von 2 Jahren – der Urlaub war immer zu wenig. Nahezu nichts klappte wie geplant und am Ende irgendwie doch. Mal war das Geld alle, mal tagelang kaum etwas zu essen. Mal hing ich in den Wolken fest – den Abgrund unter mir, mal verdächtigte man mich der Spionage. Es gab auch Glücksmomente – nämlich als wir nach dem Abflug und Aufprall unseres Autos im nächtlichen Regenwald Kameruns realisierten, dass wir überlebt hatten. Aber das ist eine andere Geschichte.


Äthiopien – Ras Dashen

Sisyphus unternahm einen weiteren Anlauf. Irgendwann musste er es doch schaffen. Ich wünschte ihm, dass seine Ausdauer belohnt würde. Er kam an die kritische Stelle. Ich fühlte mit ihm, denn solch kritische Stellen durchlebte ich in den zurückliegenden Wochen zuhauf – ob auf dem Mont Nimba im Grenzgebiet zwischen Guinea und der Elfenbeinküste, der mich wegen der unzähligen notwendigen Genehmigungen in die Verzweiflung trieb und auf dessen Gipfel ich ernsthaft Angst bekam zu verdursten. Ob auf dem Mount Wuteve im Hinterland Liberias, der so nass und schlammig war, dass Sisyphus eher ein Kinderspiel vor sich hatte. Oder ob auf der Suche nach dem schönsten Gipfel Westafrikas, dem Mount Bintumani, der angeblich gleich um die Ecke oder wahlweise eine Woche entfernt lag, und der am Ende in Flammen stand.

Aber es gab auch diese einmaligen Momente, an denen die Glückshormone den Körper fluten, Momente die alles wettmachten. Da war dieser kurze Moment nach einer langen Suche, als vor mir die Tore des einstmals berühmtesten Kunstmuseum Westafrikas auftauchten. Ich hatte davon in alten Büchern gelesen. Aber die wurden vor dem Krieg geschrieben. Niemand wusste, was aus diesem Museum geworden war, ob es überhaupt noch existierte. Nicht einmal den Ort, wo dieses stand, konnte ich im Vorfeld ausfindig machen. Viel ist nicht geblieben. Die meisten Kunstschätze für immer verloren – geraubt, zerstört, verbrannt… Aber in den verkohlten Gebäuden gibt es einen hoffnungsvollen Neuanfang.


Liberia – Robertsport

Und da gab es diese Begegnung in den endzeitlichen Ruinen des ehemals berühmten Seebads Robertsport. Die besten Surfwellen des Atlantiks machten Robertsport berühmt. Die Reichen und Schönen Liberias machten Robertsport zu einem Hotspot, bis die Geister Robertsport heimsuchten. Als ich die knarrende Tür des zerschossenen panafrikanischen Kulturzentrums öffne, steht vor mir ein alter Mann, der still auf die immer noch besten Surfwellen, die vom Atlantik auf den Strand zurollen, hinausschaut. Die Geschichte, die er mir an diesem einsamen Ort erzählt – eine Geschichte voller Trauer und Hoffnung – hat sich für immer in mein Inneres eingebrannt. Und schließlich gab es das Wunder von Monrovia. Monrovia – der Ort, an dem keine Grausamkeit undenkbar war. Monrovia – der Ort, aus dem die Apokalypse sich wie eine Wucherung über die Länder der Pfefferküste ausbreitete. Monrovia – der Ort, wo Pandora die Büchse öffnete und sie zu früh wieder schloss. Das Grauen schien niemals ein Ende zu nehmen. Bis die Frauen das Heft des Handelns in ihre Hände nahmen… Es ist eine Geschichte, die so unglaublich und doch so naheliegend ist. Es ist eine Geschichte, die beispielgebend für unsere gesamte Welt sein könnte, wenn man sie denn kennen würde. Diese Geschichte erzähle ich in meinem Vortrag „Die Büchse der Pandora“.


Liberia – Robertsport

Sisyphus unternahm gerade den 12. Versuch. Oder war es bereits der 13., der ihm endlich den Erfolg bescheren sollte? Ich weiß es nicht, denn kurz unterhalb der kritischen Stelle berührte mich etwas Warmes an der Schulter – es war kein Metall. Ich schaute auf und sah das erste Mal in die Augen des Soldaten ohne Sonnenbrille. Seine Kalaschnikow hatte er nun locker umgehängt, seine Stimme war angenehm weich. Ganz unspektakulär deutete er an, dass sie zufrieden mit der Durchsuchung unseres Autos waren – sie hatten keine Waffen gefunden, aber das wussten wir ja vorher. Ich wunderte mich noch, dass sie den nicht verlorenen Pass kaum ansahen, sie halfen uns, das Gepäck wieder einzuladen und dann verließen wir den namenlosen Ort im Regenwald Guineas. Ob Sisyphus es geschafft hat?


Guinea

Es war nicht die letzte Kontrolle auf unserem Weg zum Flughafen in Conakry, der Hauptstadt Guineas. Guinea versank gerade im Chaos. Wir kamen kaum vorwärts und die Zeit bis zum planmäßigen Abflug zurück nach Hause wurde knapp. Wir erreichten Conakry. Es goss wie aus Kübeln und die Stadt erstickte im Stau. Unser Fahrer versuchte auf Schleichwegen, den Flughafen noch rechtzeitig zu erreichen. Was wir in diesem Moment nicht wissen ist, dass Air France den Flug wegen der Sicherheitslage im Land um 5 Stunden vorverlegt hat. Es ist der letzte offizielle Flug heraus aus Conakry. Zum Glück hat der Flieger 3 Stunden Verspätung, nur dadurch erreichen wir den Flieger rechtzeitig. So glauben wir… Wir sind die letzten beiden der letzten 30 Passagiere, die Conakry in diesen Tagen verlassen, so erfahren wir am Check-In. Der geht schnell und unkompliziert, das Personal gibt uns freundlich zu verstehen, dass wir gerade noch Glück hätten, und drängt uns zur Eile. Nur noch die Gepäckkontrolle. Eine matronenhafte Frau bittet uns in einen separaten, geschlossenen Raum. Mit steinernem Gesicht mokiert sie sich über einen länglichen Gegenstand in einer unserer Taschen, den sie mit einem uralten Röntgengerät entdeckt hat. Wir erklären ihr, dass es die Wanderstöcke sind, und bieten ihr an, die Tasche zu öffnen. Sie lehnt das Angebot ab, besteht darauf, dass es eine Waffe sei, und verlangt Geld. Ungläubig glauben wir, sie missverstanden zu haben. Sie lehnt sich zurück, ist sich ihrer Sache sicher und ihr steinernes Gesicht wandelt sich in ein höhnisch grinsendes. Es gibt keine Zeugen und sie weiß, dass wir ohne unser Gepäck den Raum nicht verlassen werden. Die Zeit vergeht. Wie lang wird der Pilot noch die Geduld bewahren? Ratlos kratzt meine Frau die letzten Münzen zusammen und macht ihr klar, dass wir nicht mehr haben. Sie nimmt es wortlos, ihr triumphierender Blick schmerzt, dann öffnet sie die Tür und verlässt den Raum.

Als der Flieger vom spärlich beleuchteten Rollfeld Conakrys abhebt, frage ich mich ein letztes Mal: „Warum?“ Ja, wir haben es geschafft, die 4 Flaggen der World AIDS Awareness Expedition auf den Gipfeln von 4 Ländern zu hissen, aber habe ich damit irgendetwas in der Welt verändert? War es das wert, diese Risiken einzugehen? Was ist der Sinn dieser Reise, des Reisens überhaupt? Immer wieder habe ich versucht, meinen Reisen in Krisengebiete dieser Welt einen Sinn zu geben; habe versucht, herauszufinden, was hinter den Klischees, die bei uns so verbreitet sind, steckt; habe versucht, die Menschen in diesen Ländern wirklich zu verstehen und am Ende, zu Hause, meine Erlebnisse zu erzählen. Aufklärung könnte man das nennen. Aber habe ich das wirklich erreicht? In diesem Moment, aufgewühlt von den Erlebnissen an der Pfefferküste Afrikas, dem Ort, wo keiner hinwill, fühle ich mich selbst wie Sisyphus, der mit seiner Last den einsamen Staubhügel in den Regenwäldern Guineas immer und immer wieder erklimmt. Kaum habe ich diesen Gedanken gedacht, taucht die Erinnerung an den alten Mann zwischen den Ruinen von Robertsport wieder empor, erinnere ich mich an den flüchtigen Moment, in dem er seine Geschichte mit mir geteilt hat, und ich spüre – ich bin glücklich!

Mit seiner Live-Reportage „Guinea, Liberia und Sierra Leone“ ist Heinrich Geuther am Thementag Afrika zu Gast. Um 10:30 Uhr nimmt er euch mit in eine unbekannte Welt voller Unsicherheit und Überraschungen.
Weitere Infos und Tickets gibt es hier.



Veröffentlicht von Patricia Pilgram am 7. Januar 2019 in der Kategorie »Reportage« mit den Schlagwörtern: ,


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