Wildnis vor der Haustür – Interview mit Klaus Echle

Nach den gemütlichen Weihnachtstagen auf der Couch möchten wir endlich wieder raus und etwas abenteuerliches Erleben. Aus diesem Grund geht es mit grenzgang am ersten Sonntag im neuen Jahr in die Wildnis! Wir wollen aber nicht gleich mit unserer Motivation übertreiben – wir schicken euch also nicht in den dichten Amazonasregenwald oder in die unberührte Wildnis Alaskas, sondern in die Wildnis vor der eigenen Haustür. Was es hier alles zu entdecken gibt, wieso der gelernte Koch Klaus Echle heute Naturfotograf und Förster ist, verrät er in unserem Interview.

Klaus, in deiner Vita habe ich gelesen, dass du eigentlich gelernter Koch bist. Wie kam es dazu, dass du Kochlöffel und Schürze gegen Fotokamera und Stativ getauscht hast?
So ganz stimmt das nicht. Beruflich habe ich die dampfende Küchenluft gegen frische Waldluft getauscht und nach Forstwirtschaft studiert. Ich bin also kein Berufsfotograf sondern Förster. Fotografiert habe ich aber schon mit 15 Jahren. Die Naturfotografie kam jedoch erst später.

Du fotografierst vorwiegend in heimischen Wäldern, richtig? Wird das nicht irgendwann langweilig?
Nein, überhaupt nicht. Gerade als ich vor einigen Jahren auf Borneo in den schönsten Regenwäldern unterwegs war, wurde mir bewusst wie einzigartig unsere heimische Natur mit den Jahreszeiten und ihren tollen Arten in Flora und Fauna ist.

Wie lange bist du im Wald unterwegs bis du ein Tier vor die Linse bekommst und ein gutes Foto machen kannst?
Manchmal braucht es nur einen Wimpernschlag; aber meistens bin ich über Jahre mit den Tierarten beschäftigt. Beispielsweise mit den Fledermäusen und der Wildkatze seit über einem Jahrzehnt.

Hast du ein Lieblingstier?
Lieblingstier ist immer die Tierart, mit der ich mich gerade beschäftige. Allerdings steht der Rotfuchs schon seit Jahren ganz oben auf der Liste.

Hast du schon einen Wolf vor die Linse bekommen?
Ja, den zweiten Wolf im Baden-Württemberg konnte ich fotografieren. Allerdings bei der Sektion die ich fotografisch begleiten durfte. Lebend habe ich in freier Wildbahn noch keinen gesehen.

Ich habe gerade ein Foto vor Augen, auf dem du beim Fotografieren zu sehen bist. Während du das Stativ nach vorne richtest, stellt sich ganz nah ein Fuchs hinter dich. Wie kam es zu dieser Situation?
Das ist eine längere Geschichte, und die erzähle ich im Vortrag.

Kommst du allen Tieren so nah mit der Kamera?
Ich versuche wenn möglich nahe an ein Tier zu kommen. Das ist natürlich oft nicht möglich. Manchmal helfen Fotofallen um näher an Tiere heranzukommen.

Und zum Schluss, was erwartet die Besucher bei deinem Vortrag „Wildnis vor der Haustür“?
Es geht um einzelne, ganz persönliche Geschichten wie z. B. dem „Tiger“ von der Autobahn, Hänsel und Gretel, meine Affäre mit einer Rothaarigen und vielem mehr.

Das klingt aufregend… Wir freuen uns jetzt schon auf die vielen Geschichten, die du uns am 7. Januar mitbringst. Vielen Dank Klaus für das Interview.

Wer gerne mit Klaus Echle durch die Wälder streifen möchte, kann dies am 7. Januar im Kölner Cinedom.
Alles Infos und Tickets gibt es hier.



Veröffentlicht von Patricia Pilgram am 28. Dezember 2017 in der Kategorie »Interview« mit den Schlagwörtern: ,

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