Hardy Fiebig


Seit rund 25 Jahren arbeite ich hauptberuflich als Autor, Fotograf und Moderator, überwiegend in den Schwerpunktregionen Afrika und Arabien zu den Spezialgebieten Kultur, Tourismus, Fairer Handel und Entwicklungszusammenarbeit. 
Seit 2009 verstehe ich mich zudem immer mehr als Aktivist für nachhaltigen Tourismus. 1968, bei meiner Geburt in Radolfzell am Bodensee, hat sich das nicht zwingend abgezeichnet. Erst ein achtjähriger Ägypten-Aufenthalt als Jugendlicher gab meinem Leben einen kräftigen Drall in Richtung große weite Welt. Mit 21, nach Abitur und Zivildienst, kehrte ich Deutschland den Rücken, um meinen Jungentraum zu verwirklichen und für ein Jahr vom Bodensee bis zur Südspitze von Afrika zu radeln.

bürgerliches Leben
Die bedingungslose Freiheit dieser Reise hat alle Maßstäbe und jeden Blickwinkel verschoben und mich offenbar dauerhaft für eine bürgerliche Karriere verdorben. Wieder in Deutschland, studierte ich in Bonn und Stuttgart Tropische Agrarwissenschaften und spezialisierte mich auf das Fachgebiet Pflanzenbau. Nebenher tobte ich mich monatelang auf abenteuerlichen Extremreisen in Ostafrika aus, schrieb mein erstes Buch über die Fahrradtour durch Afrika, hielt ungezählte Vorträge und veröffentlichte erste Artikel. Mehr und mehr geriet ich auf die schiefe Bahn des Reisejournalismus. Nach Beendigung meiner Forschungsarbeit im Südjemen war klar, dass der Diplomingenieur bis auf Weiteres mehr der Zierde meiner Visitenkarte denn meiner beruflichen Karriere dienen würde. Ein Reiseführer über Kenia, der oft als Standardwerk bezeichnet wird, ein Bildband über Kenia, Tansania und Uganda, sowie ‚Weihrauchland‘, ein großformatiger Fotobildband über Oman und Jemen, folgten.

Nach einem rastlosen Jahrzehnt als Extremreisender und Fotojournalist zwischen Europa, Ostafrika und Südarabien gründete ich 2003 mit Ramin Houchmand in Köln Grenzgang, eine Agentur für Events rund ums Reisen, die im westdeutschen Raum eine populäre Kulturveranstaltungsreihe mit Live-Reportagen, Lese- und Dinnershows, Exkursionen und Seminaren veranstaltet, als Dienstleister für Messen tätig ist, aber auch die Long Distance Bikers, ein jährliches Treffen von Reise- und Extremradlern ins Leben rief. Die Philosophie von Grenzgang spiegelt sich im Slogan ‚Mit dem Kopf unterwegs‘ wieder. Über die Veranstaltungen möchten wir ganz im Sinne des Begrüssungstextes dieser Webseite einen weltverbesserischen Beitrag leisten und mehr Leute zu einem bewussteren Reisen animieren. Meine Vortragstätigkeit und die Reiselust konnte ich in den acht Jahren im Management von Grenzgang nicht gänzlich ausleben. Es mag nicht überraschen, dass die innere Stimme mir immer lauter einflüsterte, mein Baby Grenzgang würde auch sehr gut ohne meine aktive Mithilfe wachsen und gedeihen. Und so zog ich mich mehr und mehr aus dem Tagesgeschäft zurück. Dank des großartigen Grenzgang-Teams hat der Einflüsterer zum Glück recht behalten – inzwischen veranstaltet Grenzgang in sieben Städten jährlich über 150 Events!

2011 schaffte ich den Absprung und drückte den Neustart-Knopf. Ich siedelte von Köln nach Nairobi, an den Äquator über, um meine Vision der 50 Schätze von Kenia zu realisieren. Mit kenianischen Freunden gründete ich eine Stiftung, den 50 Treasures of Kenya Trust. Während der folgenden drei Jahre reisten wir in wechselnden Teams kreuz und quer durch Kenia, um die größten kulturellen und natürlichen Schätze ausfindig zu machen und zu dokumentieren. Die 50 Schätze von Kenia haben unter anderem zum Ziel, den Kenianern die Schönheit ihres eigenen Landes vor Augen zu führen, neue Gebiete für einen nachhaltigen Tourismus zu erschliessen und auch im Ausland eine ausgewogenere Wahrnehmung dieses dynamischen afrikanischen Landes zu erreichen. Bis zum 50. Unabhängigkeitstag im Dezember 2013 haben wir eine beachtliche Wahrnehmung in Kenia erreicht. Aus der Arbeit für die 50 Schätze ist ein neues berufliches Standbein erwachsen. In den vergangenen Jahren hat sich eine stille, weitgehend unbemerkte Revolution in Kenia abgespielt, die zur Dezentralisierung des politischen Systems führte. Die 47 neuen semiautonomen Provinzen möchten alle ihr touristisches Potential erschliessen. Dank unseres enormen Wissens- und Bilderschatzes werden unsere Dienstleistungen für Recherche, Dokumentation, aber auch die Produktion von Medien für das Tourismusmarketing, also Broschüren, Websites und Medientrailer, nachgefragt.

Seit Jahren lebe ich also in einem 5000-Kilometer-Spagat zwischen Köln und Kenia, wobei ich mich während dreier Jahre so auf die Arbeit in Afrika konzentriert habe, dass gutmeinende Geschäftspartner, Veranstalter Vortragsbesucher und Freunde zu Recht über eine gewisse Vernachlässigung klagten. Sie waren nicht die einzigen Leidtragenden – ich selber habe auch mehr Zeit für mich vermisst. Und so bringe ich grade mein Leben zwischen den Welten wieder in die Balance, schaffe Freiräume für die kreative Arbeit, für meine privaten Leidenschaften Fotografie, Fahrradfahren, Reisen und Gärtnern, für meine Freundschaften – und für spannende Erkundungsreisen nach Innen.