Gregor Sieböck


Ich wuchs in einem kleinen Dorf in Oberösterreich auf. Meinen drei Kilometer langen Schulweg in die Volksschule ging ich fast täglich zu Fuß – bei Wind und Wetter! Im Nachhinein sehe ich dies als ein großes Geschenk, denn dadurch legte ich den Grundstein für meine körperliche Ausdauer und Fitness. Die Highlights aus meiner Gymnasialzeit in Kirchdorf waren 1992 die Südamerikaprojektwochen im Rahmen der 500 Jahre Feier zur „Entdeckung“ Amerikas durch Christopher Kolumbus 1492 und meine Maturaarbeit, die ich über die Tibet schrieb. Dabei lernte ich den großen Entdecker Heinrich Harrer und auch seine Heiligkeit den Dalai Lama kennen – beide Menschen haben mein Leben geprägt und inspiriert.

Ich entschied mich für ein Studium der Handelswissenschaften an der Wirtschaftsuniversität Wien. Bald begann ich mich nebenbei für internationale Politik zu interessieren und hinterfragte früh das vorherrschende Wirtschaftsparadigma der Profitmaximierung und des Rufs nach einem ständigen Wirtschaftswachstum. Mangels Antworten von Seiten der Lehrenden an der Universität unterbrach ich nach 2 ½ Jahren das Studium und ging mit Jugend eine Welt nach Ecuador, um in einem Straßenkinderprojekt der Salesianer Don Bosco meinen Zivildienst zu leisten. Diese 14 Monate öffneten mir die Augen für die sozialen Ungerechtigkeiten aber auch für die unglaublichen Schätze unserer Erde. Ich kehrte nach Wien zurück, schloss mein Studium mit Auszeichnung ab und schrieb nebenbei meine Diplomarbeit an der Universität von Havanna in Kuba.

Es folgte ein faszinierendes Postgraduatestudium in Umweltwissenschaften an der Universität Lund in Schweden und eine Arbeit an der Global Environment Facility (GEF) in der Weltbank in Washington. Die Karriere war vorgezeichnet: Weltbank, UNDP, die Tore standen weit offen, doch ich lehnte durchaus spannende Folgeaufträge dankend ab, um statt dessen zu meiner ersten großen Weltenwanderung aufzubrechen: zu Fuß von Österreich über Südamerika und die USA nach Japan und Neuseeland. Drei Jahre und 15.000 Kilometer war ich schließlich zu Fuß unterwegs, um Initiativen vorzustellen, wie wir im Einklang mit der Erde und unserer Natur leben konnten.